Vermehrte Feuerwehreinsätze durch Wasserschäden nach Tauwetter
Das einsetzende Tauwetter hat bereits schwere Schäden verursacht. Über 30 Einsätze wurden seit Beginn des Jahres von der Feuerwehr Bremerhaven im Zusammenhang mit dem Tauwetter geleistet. Jetzt vorsorgen, um zukünftig Schäden beim nächsten Tauwetter zu verhindern.
Winterzeit ist auch Frostzeit, dies bedeutet für die Feuerwehr Bremerhaven zahlreiche Einsätze nach Wasserrohrbrüchen. Allein im Januar wurden 20 Einsätze registriert. Die häufigsten Wasserschäden sind mit dem einsetzenden Tauwetter am Donnerstag, 28. Januar 2010, aufgetreten. Gerade im Winterhalbjahr kommt es häufig zu Überschwemmungen durch geplatzte Wasserleitungen. Um Schaden von Ihrem Hab und Gut abzuwenden, geben wir Ihnen einige Selbsthilfe- und Sicherheits-Tipps. Viele Betroffene fragen sich, warum es erst bei Tauwetter zu den Wasserschäden kommt. Durch den starken Frost dehnt sich das Wasser aus und sprengt die Leitung an der schwächsten Stelle und friert nach kurzem Wasserdurchlauf zu. Durch Tauwetter löst sich dieser Eispfropfen auf und bei einem Wasserdruck zwischen 3 bis 6 bar tritt entsprechend viel Wasser unbemerkt über längere Zeit aus. Das wiederum führt zu großen Schäden. Möbel und Holzteile quellen auf. Decken werden durchnässt und speichern Unmengen von Wasser. Lehmdecken und Lehmwände saugen sich voll und fallen herab oder stürzen ein. Diese Wasserschäden können nur mit großem technischen Aufwand und viel Zeit beseitigt werden. Teure und aufwendige Renovierungsarbeiten sind die Konsequenz.
Was Sie tun können, um frostbedingte Wasserrohrbrüche zu vermeiden?
Wasserleitungen, die nach außen geführt werden, müssen mit einem Wasserabsteller mit einem Entleerungsventil ausgestattet sein. Dieser Absteller muss sich in einem insgesamt frostfreien Bereich befinden. Nach dem Abstellen der Leitung ist der Zapfhahn, der sich an der Außenwand befindet, geöffnet zu halten und die Leitung bis zum Absteller zu entleeren. Kellerfenster sollten grundsätzlich geschlossen bleiben. Eingangsbereiche, in denen Wasserleitungen offen geführt werden, müssen immer frostfrei gehalten werden. Wasserleitungen in leerstehenden Häusern sollte man vorsichtshalber vollständig entleeren. Wasserleitungen und Anschlüsse müssen gut isoliert werden. Die sicherste Möglichkeit ist, den Hausanschluss komplett abzustellen. Bei der Verlegung von Wasserleitungsrohren ist eine Wärmeisolierung anzubringen, um den Frostgefahren im Winter zu widerstehen.
Richtig reagieren, wenn es zu einem Wasserschaden gekommen ist, um diesen so schnell wie möglich einzudämmen
Informieren Sie sich im Vorfeld über den Installationsort Ihres Wasser-Hauptabstellventils. Absperrmöglichkeiten (Wasserabsperrhähne) sind bei einer Vielzahl von Gebäuden im Keller oder Eingangsbereich, meistens in der Nähe der Wasseruhr, in vielen Fällen auch in der Wohnung selbst vorhanden.
Im Regelfall befindet sich auch ein Hauptabsperrhahn außerhalb des Gebäudes, auf dem Grundstück oder der Straße. Bewohner, Mieter und Hausmeister sollten sich, sofern noch nicht geschehen, im Vorfeld mit den örtlichen Gegebenheiten diesbezüglich vertraut machen, um im Schadenfall schnell reagieren zu können. Wenn vorhanden, schließen Sie im Schadenfall beide Abstellventile. Ist der Hauptabsteller zugedreht und Wassernachfluss gestoppt, beseitigen Sie zuerst das ausgelaufene Wasser oder beauftragen Sie eine Fachfirma mit der Beseitigung des Schadens in Absprache mit ihrem Versicherer. Oft sind die Absperrventilhähne sehr schwergängig, im Zweifelsfall können Sie auch eine Rohrzange zur Hilfe nehmen, um die Hahn zu betätigen. Sollte der Absteller nicht zu schließen sein, so wählen sie die Notrufnummer 112 und bitten um Hilfe. Um die Funktionsfähigkeit der Absteller grundsätzlich sicherzustellen, sollten Sie diese in regelmäßigen Ab-ständen betätigen, bevor ein Notfall eintritt. In vielen Fällen werden die Absteller nach ihrem Einbau nie wieder betätigt. Eingefrorene Wasser-leitungen sollten nicht mit einer offenen Flamme aufgetaut werden, um das Risiko der Brandgefahr auszuschließen. Verwenden Sie zum Auftauen eingefrorener Leitungen am besten heiße Lappen. Achten Sie darauf, dass vor dem Auftauen der Leitung der jeweilige Zulauf abgesperrt ist. Versuchen Sie, kleinere Wasserschäden selbst zu bekämpfen oder einzudämmen. Große Pumpen der Feuerwehr können erst eingesetzt werden, wenn größere Wassermengen ausgelaufen sind, die einige Zentimeter hoch stehen und hohe Sachwerte, wichtige Güter oder Gebäude gefährdet sind.
Kleinere Mengen ausgelaufenes Wasser können mit Schaufeln, Kehrblech, Scheuerlappen oder Eimern aufgenommen werden. Auch mit speziellen Wasserstaubsaugern oder Elektropumpen kann Wasser aufgesaugt oder abgepumpt werden. Kommen Elektropumpen oder Wasserstaubsauger zum Einsatz, verwenden Sie nur Geräte ohne sichtbare Schäden am Kabel oder Gehäuse und betreiben diese nach Möglichkeit immer an Steckdosen, die über einen Fehlerstrom Schutzschalter (FI-Schalter) abgesichert sind. Stellen Sie sich nie mit einer Elektropumpe oder einem Wasserstaubsauger gleichzeitig in das Wasser und berühren Sie nach Möglichkeit keine stromleitenden Gegenstände. Räume, die von einem Wassereinbruch betroffen sind, müssen auch unbedingt stromfrei geschaltet werden, sonst besteht Lebensgefahr durch einen Stromschlag. Wenn bereits sehr viel Wasser ausgetreten ist und Sie mit eignen Mitteln das Wasser nicht aufnehmen können, wählen Sie den Notruf 112 und fordern Hilfe an. Bitte achten Sie darauf, das der Leitstellendisponent das Gespräch beendet, denn nur so ist sichergestellt, dass er alle Informationen hat, die er benötigt, um Ihnen die geeignet Hilfe so schnell wie möglich zukommen zu lassen. Bedenken Sie auch, dass bei Wasseraustritt in Verbindung mit Frost schnell große Eisflächen entstehen, die zu Rutsch- und Unfallgefahren führen. Achten Sie vorbeugend auch darauf, Wasserabläufe von Balkonen und Terrassen sowie alle zum Gebäude gehörenden Regenabläufe wie Dachrinnen oder Fallrohre von Blättern und sonstigen Verschmutzungen freizuhalten, um Wasserschäden bei Tauwetter oder Starkregen zu vermeiden.
Sprechen Sie auch mit Ihren Kindern über diese Gefahren und über die Möglichkeit des Notrufes, damit sie in einem Notfall richtig reagieren können.
(Quelle: Kreisfeuerwehrverband Northeim e.V.)





