Feuerwehr Bremerhaven

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Feuerwehr Bremerhaven stellt ihr neues Taucherfahrzeug in den Dienst

(har) Die Wasserrettung ist eine technische Hilfeleistung und zählt zu den anspruchsvollsten Einsätzen im Bezug auf die Belastung der Mannschaft und des Materials. Die Feuerwehr Bremerhaven hält rund um die Uhr eine Tauchergruppe mit 4 Tauchern im Dienst. Die Taucher werden dabei im normalen Löschdienst eingesetzt, erst im Einsatzfall übernehmen sie ihre Sonderfunktion im Bereich Wasserrettung. 2009 hatte die Feuerwehr Bremerhaven 8 Einsätze mit ihrer Tauchgruppe. Das Taucherfahrzeug gehört, wie das Tauchgerät selbst, zu einem der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Es dient nicht nur als Transportmittel für die Ausrüstung, vielmehr ist es Besprechungsraum, Lastenheber und Umkleidekabine zugleich und muss daher unterschiedlichste Funktionen erfüllen.

„Mit der Indienststellung des Taucherfahrzeuges erhält die Feuerwehr Bremerhaven die notwendige technische Unterstützung zur Aufrechterhaltung ihrer leistungsfähigen Tauchergruppe, so der zuständige Dezernent, Stadtrat Jörn Hoffmann. Durch die Investition im Bereich der Wasserrettung wird das notwendige Sicherheitsniveau für die größte Hafenstadt an der Nordseeküste sichergestellt“, so Hoffmann weiter. „Der Ausbau des CT IV, die Entwicklung des Fischereihafens und die Gebietserweiterung der Luneplate stellen auch erhöhte Anforderungen an die Wasserrettung; mit der neuen technischen Ausrüstung ist die Feuerwehr optimal auf diese Herausforderung vorbereitet.“

Hauke Rinckhoff, Harald Mittelstädt, Steve Kleibe, Ltd. Branddirektor Jens Cordes, Stadtrat Jörn Hoffmann, Immo Starker, Marco Reinke, Michael Helming

Mit dem Funkrufnahmen Florian 57 geht das neue Taucherfahrzeug der Feuerwehr Bremerhaven heute in den Dienst. Es sollte eigentlich seinen Vorgänger vom September 1983 ablösen. Aufgrund von gravierenden technischen Mängeln musste das bisherige Taucherfahrzeug bereits im Juli 2008 außer Dienst genommen werden. Um die Einsatzbereitschaft der Tauchergruppe dennoch aufrecht zu erhalten, wurde ein Tanklöschfahrzeug vorläufig umgebaut. Dadurch stand den Brandbekämpfern für die Ausbildung ein wichtiges Löschfahrzeug nicht mehr zur Verfügung. Mit dieser Notsituation musste die Feuerwehr Bremerhaven bis zur heutigen Indienststellung umgehen.


Das Einsatzgebiet

Neben den Hansestädten Bremen, Hamburg, Lübeck und Rostock verfügt auch Bremerhaven über eine notwendige Tauchergruppe der Feuerwehr. Die Vorhaltung von Feuerwehrrettungstauchern in Hafenstädten mit Berufsfeuerwehren begründet sich anhand der erhöhten Wasserflächen und den damit verbundenen Gefahren im Zuständigkeitsbereich. In der Seestadt Bremerhaven ist der viertgrößte Containerhafen in Europa. Mit einer Länge von 4.680 m ist die Stromkaje die längste zusammenhängende und seewassertiefe Kaje für den Containerumschlag weltweit. Hinzu kommen die Hafenanlagen im stadtbremischen Überseehafengebiet und im Fischereihafen sowie die Geeste. Auf Anforderung wird die Feuerwehr auch in den umliegenden Seen außerhalb Bremerhavens, wie Spaden, Stotel und Apeln tätig.

Mit dem Staatsvertrag zwischen der Freien Hansestadt Bremen und dem Land Niedersachsen über die Änderung der gemeinsamen Landesgrenzen wurde unter anderem im Bereich der Großen Luneplate eine Fläche von rund 14,73km² in das Hoheitsgebiet der Freien Hansestadt Bremen  übertragen. Die Größe des Stadtgebietes Bremerhavens beläuft sich somit auf insgesamt 93,82km². Die Wasserflächen (2009 – 26,38%) innerhalb des Stadtgebietes haben sich ebenfalls dadurch erhöht.


Das Taucherfahrzeug

Das Taucherfahrzeug mit der feuerwehrtechnischen Bezeichnung Gerätewagen Wasserrettung (GW-W) wurde auf ein Mercedes-Benz-Fahrgestell (Atego 1629 AF) aufgebaut. Die rund 16to werden von einem 285 PS (210 kW) starken Dieselmotor angetrieben. Insgesamt hat das Fahrzeug eine Länge von 8,15 m und eine Höhe von 3,60 m. Die Breite beträgt 2,50 m. Im Taucherfahrzeug sind 6 Sitzplätze vorhanden.

Zu den wesentlichen Ausstattungsmerkmalen zählen:
- Nasszelle zur Grobreinigung
- Standheizung im Aufbau
- Klimaanlage im Fahrerhaus und Aufbau
- Pneumatischer Lichtmast (5,5m Höhe) mit 4 Xenonscheinwerfer
- Hydraulische Zugvorrichtung mit einer Zugkraft von 50kN und 45 m nutzbarem Seil
- Ladekran (Hersteller Palfinger) am Heck aufgebaut mit seitlich ausfahrbaren Abstützungen. Traglast von min. 900 kg bei 7,5 m Ausladung.
- Markise zum Sonnenschutz
- Stromgenerator (23 KVA)
- Umfeldbeleuchtung
- Funkausrüstung für Digitalfunk und Analogfunk
- Rückfahrkamera

Der Aufbau und Innenausbau wurde von der Fa. Ziegler Feuerwehrgerätetechnik GmbH & Co. KG in Mühlau durchgeführt. Die Anschaffungskosten für das Taucherfahrzeug der Feuerwehr Bremerhaven betrugen insgesamt 320.000,00 €.


Die Taucherausbildung

Derzeit befinden sich drei Feuerwehrbeamte in der dreimonatigen Tauchergrundausbildung, die am Freitag, 25. Juni 2010 endet. Die drei angehenden Feuerwehrtaucher werden nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung in die Tauchergruppe der Feuerwehr Bremerhaven aufgenommen. Insgesamt sind dann 37 Taucher für die Wasserrettung in der Seestadt Bremerhaven ausgebildet. Als Lehrrettungstaucher ist Harald Mittelstädt mit seinen Ausbildern Immo Starker und Steve Kleibe für die gesamte Ausbildung zuständig. Im Anschluss werden die angehenden Taucher Marco Reinke, Hauke Rinckhoff und Michael Helming im Wachbetrieb eingesetzt.

Die Aufgaben des Tauchdienstes bei der Feuerwehr Bremerhaven umfassen die Menschenrettung und die technische Hilfeleistung auf Gewässern. In Abhängigkeit von den in den Gewässern zu erwartenden Gefahren gliedert sich die Ausbildung zum Feuerwehrtaucher in drei Stufen, die aufeinander aufbauen:

Feuerwehrtaucher Stufe 1:
Die Stufe 1 umfasst das Tauchen zur Menschenrettung in Gewässern ohne besondere Risiken. Die maximale Tauchtiefe ist auf 10 Meter begrenzt. Die Ausbildung beinhaltet den theoretischen Unterricht und die praktische Ausbildung. In 23 Unterrichtseinheiten werden die physiologischen und die technischen Grundkenntnisse des Tauchens sowie Tauchmedizin und Einsatzlehre vermittelt. In der praktischen Ausbildung werden mindestens 25 Tauchgänge absolviert. Hierbei wird der Tauchanwärter langsam an das Tauchen unter Einsatzbedingungen herangeführt.

Feuerwehrtaucher Stufe 2:
Die Stufe 2 umfasst zusätzlich die technische Hilfeleistung unter Wasser. Die Tauchtiefe beträgt hier bis zu 30 Metern. Aufbauend auf die Ausbildung zur Stufe 1 wird in weiteren 12 theoretischen Unterrichtseinheiten auf zusätzliche Ausrüstung und auf die Gefahren des Tauchens in besonderen Gewässern eingegangen. Nach insgesamt 50 Tauchgängen, darunter mindestens 20 unter Einsatzbedingungen, kann die Prüfung zum Feuerwehrtaucher Stufe 2 erfolgen.

Feuerwehrtaucher Stufe 3:
Einsätze unter Wasser, die zusätzliche Ausrüstung erfordern (wie z. B. Brennschneiden) fallen unter die Stufe 3. Vorraussetzung hierfür ist die Prüfung zum Feuerwehrtaucher Stufe 2 und die Absolvierung weiterer 20 Tauchgänge unter Verwendung des entsprechenden technischen Gerätes. Diese Ausbildungsstufe 3 ist jedoch nicht Bestandteil der Ausbildung. Voraussetzung für die Ausbildung zum Feuerwehrtaucher ist der erfolgreiche Abschluss der Feuerwehrausbildung, sowie das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen „Silber“. Weiterhin ist eine arbeitsmedizinische Untersuchung (Tauchtauglichkeit) erforderlich.