Das Löschwesen bis 1888


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Die Entstehung der Berufsfeuerwehr Alt-Bremerhaven erfolgte über einen Zeitraum von 1719 - 1893 Sie entstand aus den umliegenden Orten, Gemeinden, usw. wie Lehe, Leherheide, Geestendorf, Geestemünde, Wulsdorf, Weddewarden und Schiffdorferdamm. Sie bildeten den Kreisfeuerwehrverband Wesermünde von 1924, der sich 1932 mit Alt-Bremerhaven zum Feuerschutz unter zentraler Leitung verband.

Schon 1613 hieß es in der Fleckenordnung von Lehe: Jeder Zuziehende ist verpflichtet einen halben Thaler zu zahlen für einen ledernen Feuereimer. Selbst die schwedische Besatzungsmacht erließ 1704 eine Verordnung " Zur Verhütung des Feuer-Schadens auf dem Lande" in der die Hauswirte angesprochen wurden, bezogen auf Schornsteinfegen, Wasserstellen vorhalten, ebenso wie Kleingeräte und Vorrichtungen zum Löschen von Feuer. 1719: Kauf der ersten Feuerspritze, 1771 die zweite. 1818 wurden vom Amt Lehe die Bildung von Feuerlöschkompanien gerichtlich angewiesen. Empfohlen wurden für die Sprützenleuteeinen weißlichen Hut und Kittel. Ab 1885 standen zahlreiche an die Wasserleitung angeschlossene Hydranten zur Verfügung.


Während des Hafenbaues hatte sich das Brandpotential bedingt durch die errichteten Strohhütten und hölzernen Buden so vergrößert, daß schon 1828 eine Spritze, Anbringer, weitere Hilfsgegenstände angeschafft und ein Spritzenhaus auf dem Deich errichtet wurde. Am 8. Oktober 1829 wurde das erste Brandreglement im Auftrage des Senats veröffentlicht.

Die Möglichkeit eines Brandes auf den dicht gedrängt im Hafen liegenden Schiffen und mit Rücksicht auf die vielen Häuser die im Ort entstanden, wurde 1837 eine große auf Rädern transportable Schiffsspritze samt Zubehör sowie 6 Handspritzen angeschafft. Außerdem genehmigte man den Bau eines neuen Spritzenhauses.

Nach dem alles vollständig war, konnte die neue Brandverordnung für den Amtsbereich Bremerhaven 1837 veröffentlicht werden. Damit es nie an Leuten fehlte sind 4 Spritzenkompanien errichtet worden, geführt von je 2 Leutnants und 2 Unteroffizieren.

Bezogen auf Brände im Hafen hatte sich sofort folgende Personen einzufinden:

  • Hafenmeister und Hafenbaudirektor bei der Direktion,
  • Schleusenmeister mit den Schleusenknechten bei der Schleuse,
  • Oberlotse, Hafenlotse und Seelotsen am Kran,
  • Ferner bei Schiffsbränden die Schiffszimmermeister mit ihren Meisterknechten und dem erforderlichen Handwerkszeug,

1837 wurde zur Verhütung der Feuersgefahr, sowie zur Erhaltung der nächtlichen Ordnung 8 Nachtwächter und 1 Lampenwächter von der Bürgerschaft bewilligt.

Bild: Wächter beim Beobachten von Gesindel auf seinem nächtlichem Rundgang im Hafenbereich

Gleichzeitig wurde mit Hinblick auf die große Gefahr, die durch Feuerstellen an Bord der dichtgedrängt liegenden Schiffe drohte, mit dem Bau von 2 Kochstellen begonnen. Es waren einstöckige massive Bauten mit einem einzigen langen Feuerherd auf denen die Mannschaften der Kähne und kleineren Seeschiffe das Kochen besorgten.

Der Kochaufseher hatte gleichzeitig die Aufsicht über die damit verbundene Feuerstelle zum Schmelzen von Pech für ausbesserungsbedürftige Schiffe.

Ursprünglich war das Feuerlöschwesen Alt-Bremerhaven`s für Hafen und Ort getrennt eingerichtet. 1871 wurden beide Brandlöschanstalten vereinigt und gemeinsam unterhalten. 1881 wurde das Löschwesen den Erfordernissen nochmals neu angepaßt. Im Brandfall bestand eine genaue Arbeitseinteilung. Ein Wechsel der Funktionen wie es heute üblich ist, war noch nicht vorgesehen. Alarmiert wurde die Feuerwehr von Wächtern. Diese hatten Lärmsignale zu blasen. Die Mannschaften hatten je nach Aufgabe verschiedene persönliche Ausrüstungen. Es gab graue und braune Joppen oder weiße und braune Röcke.

Der ehrenamtliche Direktor und Führer der Pflichtfeuerwehr in Bremerhaven
Herr Bezirksschornsteinfegermeister Bernhard Freiträger,
welcher später auch Chef der Bremerhavener Berufsfeuerwehr wurde,
trug als einziger einen besonders pompösen Helm, eine sogenannte Pickelhaube.
Im Gegensatz dazu, trugen die Löschknechte einen einfachen Messingkamm anstelle des hohen Pickels.

  • Die Rettungsmannschaft begibt sich bei ertönen des Feuersignals mit Hydrantenwagen und Karrenspritze zur Brandstelle, schließt die Schläuche an, macht von der Spritze Gebrauch und rettet gefährdete Menschen.
  • Die Leitermannschaft schafft den Leiter-und Gerätewagen zur Brandstelle und bedient ihr Gerät.
  • Die Dampfspritzenmannschaft heizt sofort die Dampfspritze Nr.1 an und stellen sie zusammen mit dem Kohlen-und Schlauchwagen an eine günstige Stelle in der Nähe der Brandstelle ab. Das Personal der Dampfspritze Nr.2 bleibt im Spritzenhaus.
  • Die Mannschaft der Handspritze schaffen ihre Spritzen nebst Schlauchwagen zur Brandstelle. Die Vormänner besorgen (unterstützt von der Retter- und Leitermannschadt) die Legung der Schläuche und Führung der Rohre.
  • Die Anbringermannschaften begeben nach den Anbringerhaus im Hafen, welches der Brandstelle am nächsten liegt. Die 3 zuerst Ankommenden verlegen Schläuche zur Einsatzstelle, die Übrigen beginnen sofort zu pumpen.

Quelle: Der Rote Hahn von Dieter Umbach & Archiv Feuerwehr Bremerhaven