Brandschutzerziehung

Seit einigen Jahren führt die Berufsfeuerwehr Bremerhaven in den dritten Klassen der Grundschulen Bremerhavens eine 90-minütige Brandschutzerziehung durch. Der Grund für diesen Besuch in den Schulen ist, dass jährlich ca. 200 Kinder und ca. 600 Erwachsene im Bundesgebiet durch Spielereien oder fahrlässigen Umgang mit Feuer an den Folgen der Rauchgase und der Verbrennungen sterben.

Im Brandschutzunterricht werden die Kinder altersgerecht über die Gefahren und den Umgang mit Feuer aufgeklärt. Der Unterricht gliedert sich in sechs Themenschwerpunkte. Die jahrelange praktische Einsatzerfahrung der Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner fließt mit in den Unterricht ein. Sie beleben die Theorie, die neben den vielen praktischen Versuchen das Wissen anschaulich vermittelt. Das Einbeziehen der Kinder in den praktischen Unterricht ist ein wesentlicher Bestandteil, um Ängste abzubauen.

Zu Beginn der Unterrichtseinheit stellt sich der/die Brandschutzerzieher/-in vor und erzählt den Kindern etwas über die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehrmänner und -frauen.

Hierzu zählen unter anderem das Retten von Menschen aus brennenden Häusern, Löschen von Bränden, die Befreiung eingeklemmter Personen aus einem PKW oder LKW, Baumeinsätze, Nottüröffnungen, Taucheinsätze, Tierrettung, Pumpeneinsätze, Gefahrguteinsätze und der Rettungsdienst.

 

1. Brandlehre

In der Brandlehre wird den Kindern vermittelt, dass man 3 Sachen benötigt, um ein Feuer bzw. eine Flamme zu erhalten (das sogenannte Verbrennungsdreieck). Einen brennbaren Stoff (Material), Sauerstoff und eine Zündtemperatur, die auf verschiedene Art erzeugt werden kann.

Durch die praktischen Versuche (Entfernen des Sauerstoffes durch Ersticken, Absenken der Zündtemperatur durch Kühlen mit Wasser und Entfernen des brennbaren Stoffes) lernen sie, dass es ausreicht, eine Komponente des Verbrennungsdreieckes zu entfernen, um die Flamme zu löschen. Durch das Anzünden verschiedener Materialien lernen sie, dass Stoffe je nach Beschaffenheit mal schneller und mal langsamer brennen und dass der entstehende Rauch nach oben zieht und mindestens genauso gefährlich ist wie das Feuer selbst.

2. Der Umgang mit Feuer

Von Feuer geht eine Faszination aus, die Kinder in ihren Bann zieht. Diese Faszination verstärkt sich oft noch durch das Verbot der Eltern, mit Streichhölzern oder Feuerzeugen zu spielen. Der selbstständige, richtige und verantwortungsvolle Umgang mit Zündmitteln wird beim Anzünden einer Kerze geübt. Hierbei wird mit den Kindern erarbeitet, worauf man achten muss. Nicht nur, dass ein Erwachsener anwesend sein sollte, sondern auch, dass sie auf eine Vielzahl von Gefahren achten müssen, wie z. B., dass sie die Streichholzschachtel wieder schließen, bevor sie das Streichholz anreißen und dass sie das Streichholz nicht zum Körper hin anreißen.

 

3. Löschmethoden

Bei den Löschmethoden lernen sie, dass man eine Flamme bzw. ein Feuer nicht nur mit Wasser löschen kann, sondern auch mit einer Decke oder einem Deckel ersticken kann. Dabei wird die Sauerstoffzufuhr unterbrochen. Auch brennendes Öl in der Pfanne darf nicht mit Wasser gelöscht werden, da es dann zu einer gefährlichen Brandausbreitung kommen kann, wenn das Wasser schlagartig verdampft.

4. Verhalten im Brandfall

Hier lernen die Kinder, wie man sich zu verhalten hat, wenn es in dem Raum, in dem man sich befindet, brennt. Hierzu zählt nicht nur das schnelle Verlassen des Raumes und Schließen der Tür, sondern auch, dass man sich auf gar keinen Fall im Schrank, unter dem Bett oder in seiner Höhle verstecken darf. Sie lernen, dass man einem Erwachsenen Bescheid sagt und andere Anwohner warnen muss. Jedoch auch, dass es lebensrettend sein kann, in der Wohnung zu bleiben und die Feuerwehr zu alarmieren, wenn es in einem Treppenhaus brennt oder stark verqualmt ist.

 

5. Der Notruf

Die Kinder lernen, worauf es ankommt, wenn man den Notruf wählt (die "W-Fragen"). Die Notrufzentrale möchte wissen, was passiert ist, wo es passiert ist (Straße, Hausnummer), wer meldet (Nachname wichtig) und wie viele Verletzte es gibt. Man muss warten, falls noch Fragen kommen. Mit Versuchstelefonen können die Kinder im Gespräch mit dem Brandschutzerzieher das Erlernte üben. Aber sie erfahren auch, wie teuer der Missbrauch der Notrufnummer sein kann!

6. Besondere Gefahren

In dem Themenschwerpunkt "Gefahren", der sich ja durch alle Themenpunkte zieht, wird nochmals auf besondere Gefahren hingewiesen, wie z. B.: Grillunfälle mit Spiritus, Kerzen am Tannenbaum, Batterien nicht in den Hausmüll.

Zum Abschluss wird noch einmal darauf hingewiesen, dass man ein Feuer bzw. eine Flamme nie unbeaufsichtigt lassen soll. Nach Möglichkeit schließt sich an eine Unterrichtseinheit in der Schule ein Besuch der "Zentralen Feuerwache" an.