Pressemitteilung Nr. 11 vom 13.02.2013

Feuerwehr rückte 2012 alle 25 Minuten zum Einsatz aus

(bar) Eine Bilanz von 20.504 Einsätzen in 2012 stellte der Dezernent der Feuerwehr, Stadtrat Jörn Hoffmann, auf der Jahrespressekonferenz vor. Im Vergleich zum Vorjahr war ein Zuwachs von 422 Einsätzen zu verzeichnen, dies entspricht einem prozentualen Zuwachs von 2,1 % oder im Vergleich zum Vorjahr von 2 Einsätzen täglich mehr.

Diese Steigerung ist durch die Zunahme im Bereich des Rettungsdienstes von 17.708 auf 18.320 Einsätzen zu begründen. Die Zahlen im Brandschutz und in der Hilfeleistung entsprechen dem langjährigen Durchschnitt. „Wir haben auf diese Entwicklung reagiert, zum 1. Oktober letzten Jahres eine Anpassung der Rettungsmittelvorhaltung vorgenommen und zum 1. Januar 2013 ein zweites Notarzteinsatzfahrzeug in Dienst gestellt“, so Stadtrat Hoffmann.

Die Gründe für eine Zunahme der Zahlen sind vermutlich auf eine bessere Aufklärung der Bevölkerung und den demographischen Wandel zurückzuführen und entsprechen dem deutschlandweiten Trend.

Stadtrat Hoffmann erläuterte auch die in 2012 notwendig gewordenen Spezialisierungen der Feuerwehr im Bereich des „Wasserseitigen Brandschutzes“ und der Höhenrettung. „Wir haben uns durch sehr viele Maßnahmen auf das Wachstum unserer Seestadt eingestellt und eine Entwicklung gestartet, die die Feuerwehr und den Rettungsdienst für die Herausforderungen richtungsweisend und zukunftssicher aufstellt“, so Stadtrat Hoffmann.

Die "Integrierte Regionalleitstelle Unterweser-Elbe" (IRLS) als gemeinsames Projekt mit den Landkreisen Osterholz und Cuxhaven wurde 2012 technisch errichtet. Seit Mitte 2012 ist die IRLS technisch betriebsbereit. Der Umzug der Bremerhavener Leitstelle ist vollzogen und läuft seither reibungslos.

Im ersten Quartal 2013 werden die Landkreise Osterholz und Cuxhaven ebenfalls den Leitstellenbetrieb aufnehmen. Die Zusammenführung des Personals der Landkreise Cuxhaven und Osterholz mit den bereits seit 2012 in der neuen Leitstelle tätigen Bremerhavener Kollegen steht dabei im Mittelpunkt.

„Eine deutlich bessere Technik und eine daraus resultierende höhere Qualität sowie die Kostensenkung und der Erhalt der Arbeitsplätze waren sicherlich all die Anstrengungen und den Aufwand wert“, so der Dezernent der Feuerwehr.

Die Neustrukturierung der feuerwehrtechnischen Ausbildung wurde 2012 ebenfalls politisch entschieden. Die normale Feuerwehrausbildung wird zukünftig bei den Berufsfeuerwehren in Bremen und Bremerhaven im Auftrag des Landes durchgeführt, die Rettungsdienstausbildung für das Land Bremen findet an der neu gegründeten Landeseinrichtung, der Akademie für den Rettungsdienst, statt.

Stadtrat Hoffmann ist mit den Ergebnissen der langwierigen Verhandlungen sehr zufrieden: „Wir haben erreicht, dass zukünftig alle Vorrausetzungen für eine hohe Qualität in der Ausbildung geschaffen wurden, zudem verbleibt eine Landesaufgabe in Bremerhaven und die Finanzierung dieser Aufgabe ist durch Bremen sichergestellt."

Zum Sachstand der Brandschutzbedarfsplanung erläutert Stadtrat Hoffmann, dass derzeit aktuell mit externer Unterstützung Modelle zur zukünftigen Sicherstellung des Schutzzieles erarbeitet werden: „Die Vorgabe, dass wir in 95 % aller Fälle in 9,5 Minuten ab Beginn der Notrufabfrage an der Einsatzstelle sind, können wir mit nur einer Wache nicht einhalten“, beschreibt Stadtrat Hoffmann das Problem. "Dieses Schutzziel ist jedoch Regel der Technik, somit Grundlage für unsere Gefahrenabwehr und wurde auch für Bremerhaven so beschlossen."

Zur Sicherstellung einer einsatzbereiten Feuerwehr wurden auch 2012 neue Fahrzeuge für über 500.000 Euro für den Einsatzdienst beschafft, u. a. ein Gerätewaren Technik für 60.000 €, ein Notarzteinsatzfahrzeug für 75.000 €, ein Rettungswagen für 125.000 € und ein Mannschaftstransportwagen für 27.000 €; an die Freiwillige Feuerwehr Weddewarden wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug im Rahmen des Katastrophenschutzes im Wert von 230.000 Euro übergeben.

Als Herausforderung sieht Stadtrat Hoffmann die Nachwuchsprobleme bei den Freiwilligen Feuerwehren. Die Freiwilligen Feuerwehren sind unverzichtbar für die Gefahrenabwehr. Durch den Wegfall der Wehrpflicht und den Wehrersatzdienst hat die Feuerwehr große Nachwuchsprobleme. Mit dem Aufbau von Jugendfeuerwehren in Weddewarden und Lehe wurde bereits gegengesteuert. In Wulsdorf wird dieses Jahr eine dritte Jugendfeuerwehr folgen. Darüber hinaus lobt Stadtrat Hoffmann die Eigeninitiative der Wehren im letzten Jahr. Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltete im September 2012 einen Tag der Ehrenamtlichkeit vor der Großen Kirche und führte im Dezember mehrere Aktionen zur Nachwuchswerbung bei Hornbach und Kaufland durch. „Nachdem zwischenzeitlich die Zahl der Aktiven auf 76 gesunken war, haben wir jetzt wieder steigende Tendenzen. Aktuell 79 Aktive und 32 Jugendliche in den beiden Jugendfeuerwehren. Ein weiterer Beleg für die gute und zukunftsorientierte Arbeit der Feuerwehr“, so Stadtrat Hoffmann.

In 2013 werden weitere Schritte zur Spezialisierung der Feuerwehr folgen. Neue technische Konzepte in den Bereichen Gefahrgut, Umweltschutz und Hilfeleistung stehen hierbei im Vordergrund.

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