Pressemitteilung Nr. 012 vom 15.02.2019

Feuerwehr Bremerhaven zieht Bilanz

(ZIM) Die Feuerwehr Bremerhaven hat auf der jährlichen Jahrespressekonferenz ihren Jahrespressebericht 2018 vorgestellt und warnte dabei vor die Verwundbarkeit der kritischen Infrastrukturen.
Der Dezernent der Feuerwehr Bremerhaven, Stadtrat Jörn Hoffmann und der Leiter der Feuerwehr, Jens Cordes haben im Stabsraum der Feuerwehr Bremerhaven das vergangene Jahr Revue passieren lassen.
Bei der Feuerwehr Bremerhaven sind insgesamt 311 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon stehen rund 275 Einsatzbeamte zur Verfügung. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Lehe, Weddewarden und Wulsdorf verfügen über rund 90 ehrenamtliche Einsatzkräfte und über rund 60 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr.
Die Integrierte Regionalleitstelle Unterweser-Elbe eröffnete im vergangenen Jahr über 110.000 Einsätze bei über 300.000 Notrufen. Das ist ein neuer Höchststand von eingehenden Notrufen in der Regionalleitstelle.
Hieraus resultierten für die Feuerwehr Bremerhaven 20.876 Einsätze. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremerhaven wurden täglich durchschnittlich zu 57 Einsätzen alarmiert und waren alle 25 Minuten im Einsatz.
Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren wurden zu 63 Einsätzen alarmiert, durchschnittlich also mehr als einmal pro Woche.
Eine besondere Herausforderung für die Zukunft liegt für die Feuerwehr im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes. Die zukünftige Herausforderung wird sein, die Handlungsfähigkeit dort sicherzustellen. Die tatsächlichen Ereignisse basierten bisher nur auf wenige Unglücksfälle und Naturereignisse wie die jährlichen Sturm- und Hochwasserlagen, die überwiegend vertraut sind. Neue Dimensionen treten durch den Klimawandel, Gesundheitslagen und durch die Verwundbarkeit der Kritischen Infrastrukturen auf.
Unter Kritischen Infrastrukturen versteht man unter anderem Einrichtungen der Versorgung und Ernährung, der Entsorgung, der Informations- und Kommunikationstechnik oder der öffentlichen Sicherheit.
Die Gesellschaft wird immer abhängiger von dieser funktionierenden Infrastruktur, gleichzeitig steigt die Gefahr der Gefährdung dieser Einrichtungen. Beispielsweise führte der Ausfall des EDV-Systems bei Ameos am 06.09.2018 zu Beeinträchtigungen der rettungsdienstlichen Versorgung. Ein Stab der Feuerwehr Bremerhaven koordinierte während des Ausfalls den Transport der Patienten in die umliegenden Krankenhäuser.
Auch Stromausfälle führen klassischerweise zu einer Gefährdung der kritischen Infrastruktur. 2018 wurden alleine hunderte kleinere Stromausfälle in Bremerhaven aufgezeichnet. Temporär waren bis zu 500 Haushalte betroffen. Die Ereignisse zeigen deutlich, dass ein Ausfall der Stromversorgung kein theoretisches Konstrukt mehr ist, sondern als gegenwertige Gefährdung betrachtet werden muss.
In Norddeutschland gab es hierzu zwei Großereignisse im vergangenen Jahr, welches die Auswirkungen erkennbar machen. In Lübeck waren beispielsweise 146.000 Haushalte und 350 Großkunden bei einem vierstündigen Stromausfall betroffen. Am Flughafen Hamburg sorgte ein Stromausfall für erhebliche Störungen. 30.000 Fluggäste waren von Flugausfällen direkt betroffen. Der gesamte Betrieb musste eingestellt werden.

„Das Spektrum dieses Gefahrenpotentials macht eine grundlegende veränderte Ausrichtung der präventiven Gefahrenabwehr erforderlich“, so Stadtrat Hoffmann. Neben den im Ehrenamt mitwirkenden Katastrophenschutzeinheiten ist unbedingt eine Stärkung im hauptamtlichen Bereich des Katastrophen- und Zivilschutzes erforderlich, um diesen neuen Gefährdungs- und Bedrohungslagen zu analysieren, zu bewerten und geeignete Planungen aufzustellen. „Was machen wir bei einem mehrtägigen Ausfall der kritischen Infrastruktur, welche Vorbereitungen müssen dafür getroffen werden? Das sind die Aufgaben für die nächsten Jahre“, so der Dezernent der Feuerwehr, Jörn Hoffmann.

Anlage:
2 Bilder / Heiko Sandelmann

Bildunterschrift:
Symbolbild / Der Leiter der Feuerwehr, Jens Cordes, und der Dezernent der Feuerwehr, Stadtrat Jörn Hoffmann haben diese Woche im Stabsraum der Feuerwehr Bremerhaven für das vergangene Jahr Bilanz gezogen (v.l.n.r.).

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