Der Rettungs- und Krankentransportdienst in Bremerhaven

Die Seestadt Bremerhaven ist einer von 362 Rettungsdienstkreisen der Bundesrepublik Deutschland. Träger des Rettungsdienstes ist in Bremerhaven der Magistrat. Die Durchführung des Rettungs- und Krankentransportdienstes wurde nach dem 2. Weltkrieg zunächst wieder der Feuerwehr übertragen, da Wesermünde (das heutige Bremerhaven) nach der Kapitulation des deutschen Reiches kurzfristig unter britischer Verwaltung stand.

Um über einen Seehafen Zugang zum Hoheitsgebiet Deutschlands zu haben, überließ die britische Besatzungsmacht die Rechte über das Bundesland Bremen der amerikanischen Besatzungsmacht. An der Verantwortlichkeit für die Durchführung des Rettungs- und Krankentransportdienstes in Bremerhaven änderte dies jedoch nichts. Bis 1999 war die Feuerwehr allein mit der Durchführung betraut. Unterstützt für einen kurzen Zeitraum in den 90er Jahren durch das Deutsche Rote Kreuz, den Arbeiter-Samariter-Bund und die Johanniter-Unfall-Hilfe, die einen Rettungswagen im 24-Stunden-Dienst besetzten.

1999 erhielt der erste Krankentransportanbieter die Konzession für die Durchführung des nicht zeitkritischen Krankentransportes in Bremerhaven - weitere folgten. Bedingt durch die extrem angespannte finanzielle Lage des Bundeslandes Bremen und die daraus resultierende Deckelung des bremischen Haushalts durch den Bund, wurde 2009 der Rettungs- und Krankentransportdienst der Feuerwehr Bremerhaven in einen Wirtschaftsbetrieb überführt.

Durch die neue Wirtschaftsform erlangt dieser Tätigkeitsbereich finanzielle Unabhängigkeit von den Zuweisungen des Magistratshaushaltes und ermöglicht so weiterhin Investitionen in einen zeitgemäßen und qualitativ hochwertigen Rettungs- und Krankentransportdienst.

Vorhaltung für Großschadenslagen im Rettungsdienst

Ausgelöst durch die Ereignisse am 11. September 2001 in New York, wurde den Nationen der Welt gezeigt, wie schwer sich Großschadenslagen ohne ausreichende Vorhaltung an Technik, Organisation und Personal abarbeiten lassen. Diese Erkenntnis führte auch in Deutschland zur Schaffung von Strukturen, um solchen Ereignissen besser entgegentreten zu können. In Bremen wurden die Landesgesetze für den Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst überarbeitet und zum Bremischen Hilfeleistungsgesetz zusammengefasst.

Gesetzeskonform wurde im Rettungsdienstbereich Bremerhavens ab 2002:

  • eine Gruppe leitender Notärzte/innen geschaffen
  • eine Schnelleinsatzgruppe für den Rettungsdienstbereich ausgebildet
  • Beamte des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes zu Organisatorischen Leitern des Rettungsdienstes fortgebildet
  • ein Abrollbehälter mit medizinischer Ausrüstung, der die Versorgung von bis zu 50 Verletzten sicherstellt, beschafft
  • organisatorische Strukturen geschaffen
  • Beamte des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes im Umgang mit der Ausrüstung geschult
  • ein Rettungsmittelbedarfsplan für den Bereich Bremerhaven erstellt.